Obsessions in Drawing / Zeichnerische Obsessionen

21 May – 25 June

SCHÖNEWALD freut sich, für Freitag, den 20. Mai 2016 von 19 bis 21 Uhr, die Eröffnung der neuen Ausstellung Obsessions in Drawing / Zeichnerische Obsessionen anzukündigen. Die Präsentation, die 53 Exponate der KünstlerInnen Josef Albers, Siegfried Anzinger, Donald Baechler, Georg Baselitz, Lutz Braun, William N. Copley, Tony Cragg, Robert Crumb, Gotthard Graubner, Bethan Huws, Jörg Immendorff, Frederique Loutz, Juan Muñoz, Marcel Odenbach, Sigmar Polke, Jen Ray, Bernd Ribbeck, Gerhard Richter, Dieter Roth, Richard Serra, Norbert Tadeusz, Al Taylor, Paul Thek und Luc Tuymans umfasst, fokussiert sich auf den leidenschaftlichen Umgang mit der Zeichnung und reicht von den 1960er Jahren bis zur Gegenwart.
Im Zentrum der Ausstellung steht eine museale Arbeit auf Canson mit einem „Anna selbdritt“ Motiv von Georg Baselitz aus dem Jahre 1987. Diese Arbeit veranschaulicht Baselitz’ Ansatz, Zeichnungen auf Papier als autonomes Experimentierfeld zur Gewinnung neuer Formen zwischen Abstraktion und Gegenstandsbezogenheit zu entwickeln. Auch Al Taylor nutzt die Zeichnung als eigenständiges Medium zur Darstellung dreidimensionaler „Objekte“. Dabei steht nicht das Objekt selbst im Vordergrund, sondern die „objekthafte“ Zeichnung. Sein Schaffen wurde unter anderem durch physikalische und mathematische Aspekte, wie Tiefe, Volumen und Raum geprägt. Die Arbeit ...Höhere Wesen befehlen von Sigmar Polke, dessen Werk seit April im Palazzo Grassi in Venedig zu sehen ist, beinhaltet neben vierzehn Offsetdrucken in einer fünziger Auflage, vier individuelle Zeichnungen, eine sogenannte deluxe Variante. Bei der Auswahl von Josef Albers’ Malereien auf Papier handelt es sich um seine Farbstudien zu Homages to the Square, eine Auseinandersetzung mit der Wechselwirkung von Farbe und ihren Bildträgern, Firnissen etc. Er huldige in Homages to the Square nicht dem Quadrat, hat Albers einmal festgestellt, sondern das Quadrat sei nur ein Tablett, auf dem er seine Verzückung durch die Farbe ausbreite. Bei Bernd Ribbeck, von dem abstrakte Malereien bis Ende Juni im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen zu sehen sind, steht die neokonstruktivistische Auseinandersetzung mit Farbe und Licht – das Zusammenspiel von geometrischen Formen und Linien auf Papier – im Vordergrund. Wachsartige Ölkreide, der sogenannte painstick, ist die präferierte Zeichentechnik von Richard Serra. Durch den großflächigen und dichten  Auftrag des geschmolzenen paintsticks erhalten seine Arbeiten eine aufbrechende oder sehr geschlossene Oberflächenstruktur. Dass Abstraktion und Gegenständlichkeit eine neue evolutionäre Form annehmen können, wird an einem „grünen Gefäß“ von Tony Cragg ersichtlich, dem das Von der Heydt-Museum Wuppertal eine Retrospektive widmet, die noch bis zum Sommer zu sehen ist. (An den im Text aufgeführten Werken soll beispielhaft das Thema der Ausstellung umrissen werden – es handelt sich hierbei nur um eine Auswahl).

Zeitgleich eröffnen Galerie Kadel Willborn, Petra Rinck Galerie und VAN HORN.