Andy Warhol – Portraits

26 March – 30 April

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All Works

„Egal, ob ich eine Cola-Flasche male oder eine Person, ob ich eine Fernsehshow mache oder  fotografiere – ich ende immer bei einem Porträt.“ Die Galerie Schönewald Fine Arts freut sich, in Zusammenarbeit mit der Jablonka Galerie Köln die zweite Ausstellung in diesem Jahr mit Andy Warhol: Portraits zu eröffnen. Gezeigt werden insgesamt sechzig zwischen 1952 und 1987 entstandene Porträts und Selbstporträts sowohl auf Leinwand als auch Polaroids und Zeichnungen. Die Werke ergeben in diesem breiten medialen wie zeitlichen Spektrum, das einen Zeitraum von 35 Jahren abdeckt, einen konzisen Überblick über Warhols Porträts wie auch deren „Produktion“. Andy Warhol (1928-87) hat wie kein anderer die banale Alltagsrealität zu seinem Credo erhoben. Dabei wurden seine Porträts zum zentralen Thema seiner Kunst. Weltbekannte wie auch unbekannte Persönlichkeiten standen ihm dabei Modell. Mit seiner Polaroid-Big Shot-Kamera, seinem ständigen Begleiter, hielt er über viele Jahre hinweg beinahe jeden fest, der ihn umgab. So entstanden etliche ursprünglich als Vorlagen gedachte Polaroid-Aufnahmen zahlreicher Schauspieler, Musiker und Künstler wie etwa Joseph Beuys - sein großer europäischer Counterpart, Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg, Liza Minnelli und Francesco Clemente, aber auch viele Selbstporträts als Drag oder mit der charakteristischen weißen Perücke (Fright Wig). Mit der Polaroid-Technik konnte Warhol so auf schnelle Art und Weise Personen einfangen und porträtieren - eine Vorgangsweise, die exemplarisch ist für das in zahlreichen Variationen als Massenware reproduzierte Bild. Die meisten seiner Polaroids wurden zu Warhols Lebzeiten jedoch nicht ausgestellt, da sie ihm als Grundlage für seine Zeichnungen und großformatigen Siebdrucke auf Leinwand dienten, die er teilweise als Doppelporträts wie etwa Lilo Fink oder Chris Gillman seriell „produzierte“. Die Fotografien wurden für die Technik des Siebdrucks auf das Bildformat vergrößert, wobei viele differenzierte Tonwerte verloren gingen, was zu einer flächig-plakativen Wirkung führte. Mit weiteren Sieben wurde dann der schwarzweiße Druck schablonenhaft farbig überdruckt, um so wichtige Details im Erscheinungsbild zu betonen. Durch die Reduktion des Gesichts auf wesentliche Merkmale sowie mehrfache Überlagerungen und den im Druck flächig wirkenden Schatten kommt es zur Verfremdung. Immer wieder wurden die Siebdrucke von Hand ergänzt, in Teilen übermalt und die Binnenflächen mit Pastellfarben koloriert wie etwa die Porträts von Chris Gillman oder Mario Borsat zeigen. Die Porträtkunst Andy Warhols galt aufgrund der Quantität der Produktion und den Umständen der Entstehung zunächst als unseriös, und die Kunstwelt belächelte die Sehnsucht der Porträtierten nach der von Warhol verheißenen fünfzehnminütigen Berühmtheit genau so wie den Porträtisten selber. Doch genau mit dieser in der Porträtkunst revolutionären Methode des „Instant-Porträts“ und der seriellen Bildnis-Produktion, erhebt Warhol die Personen ebenso zu Ikonen wie er zugleich Fragen nach Ewigkeit, Vergänglichkeit und Tod stellt. „Im Klonen, in der Darstellung von Auswechselbarkeit,“ erklärt Werner Spies, „liegt der Beitrag, den Warhol zu einer eher verschrienen Bildgattung geleistet hat.“